Ich bin die Kollbachtaler Domorgel. Seit fast fünfzig Jahren steh ich in St. Stephan zu Malgersdorf. Ich habe Taufen begleitet, Hochzeiten groß gemacht, Abschiede getragen und mit der Kantorei die alten Lieder vom WaStrie gespielt.
Aber jetzt geht es mir nimmer recht gut. In mir liegt Staub, wo Klang sein sollte. Da und dort schimmelt’s schon. Meine alten Teile sind müde geworden, und doch möcht ich nichts lieber, als wieder frei erklingen: mit Glockenspiel, Fanfaren und allem, was in mir steckt.
Helfts mit, dass i wieder so klinga deaf wia früher.
Die „Kollbachtaler Domorgel“ in Malgersdorf ist kein Standardinstrument, sondern ein einzigartiges Werk mit besonderer Klangvielfalt. Initiiert von Pfarrer und Musiker Walter Striedl, trägt sie seit Jahrzehnten Gottesdienste, Konzerte und die Arbeit der Kantorei. Jetzt ist eine umfassende Renovierung nötig, um dieses Klangdenkmal zu bewahren.
Die Kollbachtaler Domorgel wurde in den 1970er-Jahren durch Pfarrer und Musiker Walter Striedl initiiert und ohne öffentliche Zuschüsse verwirklicht — getragen von der Spendenkraft der Gemeinde. Sie steht bis heute für das, was Malgersdorf ausmacht: Verantwortung füreinander und gemeinsames Tragen großer Vorhaben.
Für den "Vater der Kollbacher Domorgel", Pfarrer Walter Striedl, waren Musikproben keine freiwillige Sache. Wer nicht teilnahm, brauchte schon einen sehr guten Grund — am besten einen endgültigen.
Als sich einmal ein Sänger entschuldigen ließ, weil er sich den Fuß gebrochen hatte, wurde das ganz ordentlich vorgebracht. Der Pfarrer hörte zu, nickte und fragte dann: „Ja — singt er denn mit dem Fuß?“
Seitdem weiß die Kantorei Malgersdorf, was beim Singen wirklich gebraucht wird.
Die Kollbachtaler Domorgel ist Stimme der Gottesdienste, Klangträger der Kantorei, Begleitung bei Hochzeiten und Abschieden — und damit kulturelles Erbe und Teil lebendiger Musiktradition in Bayern. Die Kantorei Malgersdorf pflegt das umfangreiche kirchenmusikalische Werk Walter Striedls und bringt es auch überregional zur Aufführung — bis nach Österreich und nach Italien. Dafür ist die Orgel als klangliches Zentrum unverzichtbar.
Ob als Pfeifenpatin, Anlassspender, Verein oder Musikfreund — jeder Beitrag hilft, dieses Unikat zu bewahren.
Projektdetails
*Historische Tonaufnahme, veröffentlich zu Archivzwecken.